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Ngaoundéré - Ziel einer zukünftigen Sommerfahrt
Wie kam es zu der Idee, nach Kamerun zu fliegen?

In unseren Gruppenstunden ist die Chinafahrt immer noch großer Bestandteil unserer Gespräche. Es wird häufig erzählt was Tian, Liu oder die Anderen gerade wohl treiben. Die Jüngeren schauen immer ganz ehrfürchtig, wenn von den Kämpfen mit der Terrakotta Armee, die uns Nachts an der Mauer überfallen hat, erzählt wird. Das Rot auf den Wangen von Cubby und Atreiyu verschwindet immer sehr langsam, denn die Geschichten enden regelmäßig mit den Küssen der geretteten chinesischen und kanadischen Mädchen, die wir dort kennen gelernt hatten. Als Beweis werden immer die Fotos gezeigt. Diese Geschichten kamen einem Bekanten zu Ohren, der Professor an der Universität in Ngaoundéré Kamerun ist. Dieser erzählte, dass es dort auch eine Pfadindergruppe gäbe, die ganz ähnliche Aktivitäten wie wir machen. So kam es dann über ICQ schnell zu lockerem Kontakt mit David und Dina über Dr. Kolyang. Als Tian das mitbekam bekundete er sein Interesse mit nach Kamerun zu wollen. Damit war die Idee einer trilateralen Jugendbegegnung geboren.

Was geschah bis jetzt?

Das wichtigste sind die Kontakte. Nach China bestehen enge Kontakte zwischen Rabbit und Tian, Peter B. zu Liu; Nach Kamerun zwischen Rabbit und Schlumpf zu Dr. Kolyang und David Mbakao. Während die Jugend Freundschaft schließt und pflegt, kümmern die "alten Säcke! sich mit Hilfe von Eltern um die Rahmenbedingungen. Dr. Kolyang studierte einige Jahre in Deutschland und ist so die Brücke über die sprachliche Barriere. Er organisiert, koordiniert unsere Unterbringung und informiert die kamerunesischen Pfadfinder. Über David, den Leiter dieser Pfadfindergruppe, werden die Aktivitäten und Begegnungen organisiert. Es wurde eine offene Teilnehmerliste erstellt, an der sieben Solinger China Reisende, drei Freunde aus Peking und unsere neu formierte Mädchengruppe zu finden sind. Hierzu sind Voranmeldungen erfolgt. Momentan wird das Ausmaß der Medienbeteiligung diskutiert, das über das Solinger Tageblatt, das über die Chinafahrt relativ ergiebig berichtete, hinaus gehen soll.

Ngaoundéré

Ngaoundéré liegt im Norden des westafrikanischen Staates Kamerun. Laut des auswärtigem Amtes gilt das Land als eines der Sichersten in der Region. Manchmal wird das Land „Klein-Afrika“ genannt, weil sich viele Landschaftsformen von Küste über Tropen bis zur Steppe und Savanne von Süden nach Norden erstrecken, und dies auf einer Fläche die 1,3 mal so groß ist wie die Bundesrepublik. Das Klima Reicht von Tropen- über Savannen- zu Wüstenklima. Ngaoundéré liegt im feuchten Savennenklima, was für uns Regenzeit bedeutet. Dieses sehr schwüle Klima wird für uns Mitteleuropäer sicherlich ein größeres Problem, als für unsere chinesischen Freunde.

Eine Religionsvielfalt ist in ähnlicher Weise vorhanden. Etwa gleich Große Teile Katholiken (25 %), Protestanten (25%), Moslems (20%) leben meist friedlich vermischt miteinander. Ungefähr 30 % leben nach regionalen Urreligionen. In der Region um Ngaoundéré gibt es hauptsächlich zwei Ethnien: Die Mboum die von der muslimischen Gruppe der Fulbe beherrscht wird. So ist die Stadt vorwiegend muslimisch geprägt, was sich nicht nur in einer großen Moschee als Wahrzeichen der Stadt ausdrückt.

Geschichtliche Berührungspunkte mit Deutschlands gibt es vor allem Rund um die Jahrhundertwende zum 20sten Jahrhundert. Nach anfänglich regem wirtschaftlichen Handel wurde Kamerun Schutzgebiet des Deutschen Kaiserreiches. Es fanden viele Bemühungen statt, dieses land zu kollonalisieren, was erfolglos im Versailler Vertrag von 1919 endete. Danach gingen 4/5 des Landes in Französisches Mandats (z.B. Ngaoundéré) und 1/5 in englisches Mandat (der äusserste Norden) über. Dadurch kam auch die Zweisprachigkeit (französisch und englisch)des Landes zustande. Ngaoundéré ist eine Universitätsstadt mit Schwerpunkt der Agrarwissenschaften, die eng mit deutschen Universitäten zusammen arbeiten. Die Region ist ein Augenmerk Deutscher Entwicklungshilfe.

Es finden verstärkt chinesisch wirtschaftliche Interessen in der gesamten Region statt, die auf Rohstoff Lieferungen und Absatzmärkte aufgebaut sind. Unter dem Motto "Freundschaft, Frieden, Zusammenarbeit und Entwicklung" wurden eine Erklärung und ein Aktionsprogramm des Chinesisch-Afrikanischen Kooperationsforums für 2007 bis 2009 angenommen. Zwischen dem 30. Januar und 10. Februar 2007 besuchte Staatspräsident Hu Jintao acht afrikanische Länder, darunter auch Kamerun. Die Staatsform ist demokratisch. nach Französischem Vorbild mit der Hauptstadt Yaounde, im Süden.

Kamerun hat ein ungewöhnlich gut ausgebautes Schienennetz, was es uns leicht machen würde, vieles davon erleben zu dürfen. Dies soll zeigen, dass uns verdammt viel Kulturelles erwartet, was man sonst nur durch viel ausdauerndes Reisen besichtigen könnte. Den großen Vorteil, den wir hätten, ist der, dass wir nicht als Touristen anreisen werden, sondern als Gäste in die Mitte der vielschichtigen kamerunesischen Einwohner genommen werden und so das Lebensgefühl mitleben, anstatt es nur zu erblicken und erahnen können.

Ziel

Das primäre Ziel ist der Kontakt zwischen Jugendlichen verschiedener Kulturkreise, um deren Sozialisationsprozess mit multikulturellen Erfahrungen zu ergänzen und zu prägen. Das Ziel des internationalen Pfadfindertums ist es seit über 100 Jahren gemeinsame Lager mit verschiedenen Gruppen zu veranstalten. Dabei sind häufig Freundschaften über Jahrzehnte entstanden, und immer hat dies zur Bekämpfung von Rassismus, Sexismus, Diskriminierung und Gewallt für mehr Toleranz und Gewaltlosigkeit geführt. Wir sind mehr als offen, diese Reise mit einer anderen interessierten Gruppe durchzuführen. Wir wären von daher über Bekanntmachungen unseres Vorhabens mehr als erfreut. In dieser Tradition wollen wir dieses Mammutprojekt stemmen. Oder ganz einfach: Wir möchten uns näher kennen lernen, und zwar nicht nur über das Internet.

Bilder - erste Eindrücke. Fotos von Kolyang Dina Taïwé